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Der Campus
Die drei Bestandteile des Ensembles – Donauuniversität (DUK), Fachhochschule (IMC) und Zentrum für Film – bilden einen zusammenhängenden Campus. Die architektonische und visuelle Übereinstimmung der Einzelbereiche dient der Campusidee.
Strukturierende Elemente
. Die fussläufige Verbindung von West nach Ost
Die neue Haupterschliessungsachse Ost – West mit einer Breite von 4m bildet das Rückgrat, an welchem die allgemeinen Bereiche wie Audimax, Mensa und Bibliothek angeordnet sind. Sie verbindet die DUK mit dem IMC und dem studentischen Wohngebiet sowie der fussläufigen Verbindung entlang des Alaunbachs.
Das Audimax am westlichen Ende der Achse markiert den Zugang zum Campus von der Dr. Karl Dorrek Strasse. Er findet sein Gegenüber im bestehenden Kesselhaus, das als Kino ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich ist. Hier erweitert sich der Raum zu einem zentralen Platz.
. Das bestehende DUK Hauptgebäude
Das Hauptgebäude bleibt als solches klar erkennbar. Die Erweiterungsbauten der DUK folgen dem grundrisslichen Prinzip von drei Ost-West ausgerichteten Bauteilen. Diese Bauteile nehmen die Gebäudeflucht des Bestands auf. Stege verbinden den Bestand und den Neubau im 1. OG.
Es entsteht eine in Nord-Süd Richtung offene Struktur mit vielfältigen Ausblicken auf die Weinhänge.
. Die Höhendifferenz zwischen dem Gelände und dem nördlichen Abschluss des Grundstücks
Die topografische Situation erlaubt die Errichtung einer zweiten Bezugsebene. Der Übergang dieses Niveaus zum bestehenden Gelände ist kontinuierlich.
Diese Ebene ist als Freiraum mit begehbarem Holzbelag gestaltet, der den Instituts- und Gemeinschaftsbereichen (Bibliothek, Mensa) zugeordnet ist.
Sie bildet die Decke der im Erdgeschoss angeordneten Bauteile. Einschnitte in Form von Höfen – intime Gärten - ermöglichen eine gute Belichtung der anliegenden Räume.
DIE BAUKÖRPER
Die Institutsbereiche des DUK und der Laborbereich - in sich geschlossene Baukörper
Die Institutsbereiche der DUK und der Laborbereich sind in sich geschlossene Baukörper, die auf der Struktur des zweigeschossigen transparenten Sockels liegen.
Es handelt sich um in sich geschlossene Strukturen, die auf den Betonscheiben der Treppen sowie den Stützen auflagern.
Das konstruktive System erlaubt die Auskragung der Bauteile im Norden.
Das IMC
Das Hauptgebäude des IMC befindet sich auf der Wieden im Anschluss an das „Studentische Wohnen “.
In seiner Ausformung entspricht dieser Baukörper dem Konzept der Gebäude der DUK:
Eine transparente zweigeschossige Sockelzone für den „öffentlichen“ Bereich, überlagert von einem Baukörper, der den internen Bereichen gewidmet ist.Weitere Bereiche des IMC befinden sich im östlichen Gebäudeteil der DUK, der auch die Labors beinhaltet. Dadurch wird der räumliche Zusammenhang zwischen dem der Fachhochschule zugeordneten Bereich, dem Institut für Biotechnologie, und den Labors hergestellt.
Das Zentrum für Film
Das Zentrum für Film stellt eine in sich geschlossene Einheit dar. Das Kesselhaus, das den Vorführsaal beinhaltet, und ein dem Kesselhaus gegenüber liegendes punktförmiges Gebäude, bilden die beiden Hauptelemente. Sie sind durch die Filmgalerie im Untergeschoss miteinander verbunden.
Das Zentrum für Film und das Kesselhaus bilden einen gemeinsamen, diesen Bereichen zugeordneten Platz.
Das Audimax – ein Grenzstein
Der Festsaal ist ein monolithischer Baukörper. Seine Aussenwände sind aus Sichtbeton. Dem filigranen Erscheinungsbild der Institute wird ein massiver Gegenpol am Eingang des Campusgeländes gesetzt.
FASSADEN – HAUSTECHNIK – KONSTRUKTION
Entsprechend der Gliederung der Baukörper sind die Fassaden zweigeteilt:
Die öffentliche Zone – Erdgeschoss und 1. Obergeschoss -ist zur Gänze verglast und somit einsehbar.
Vertikale textile Sonnenstore – schienengeführte Gegenzugrollos – bilden den Sonnenschutz.
Die öffenbaren Fassadenelemente sind je nach Positionierung als Dreh- oder Kippflügel ausgeführt.
Der Institutsbereich im Obergeschoss ist grosszügig verglast. Ein Viertel der Fassadenfläche ist opak. Diese Fläche entspricht den öffenbaren Fassadenpaneelen, die als horizontale Ausstellflügel konzipiert sind. Dadurch kann eine gute Durchlüftung der Räume erreicht werden.
Als Sonnenschutz sind vertikale Lamellen aus gelochten (Lochanteil 25%) stranggepressten Aluminiumprofilen vor die Fassade gesetzt.
Diese Lamellen sind über eine elektrische Steuerung drehbar und können dem Sonnenstand nachgestellt werden.
Die übergeordnete Steuerung wird durch eine individuelle Steuerung (dem jeweiligen Raum entsprechend) ergänzt.
In der Nacht stehen die Lamellen offen – im Winkel von 90° zur Fassade – um die Nachtauskühlung zu gewährleisten. Um 4h morgens schliessen sich alle Lamellen, um den Sonnenschutz des Gebäudes auch tagsüber bei Nichtbenutzen der Räume zu gewährleisten. Der Nutzer regelt die Lamellen nach Bedarf, wodurch der Effekt des „Erwachens“ des Gebäudes und ein belebtes Bild der Fassade entsteht.
Ein begehbarer Steg zwischen Fassade und Lamellen dient der Fassadenreinigung.
Durch die Vermeidung des direkten Sonneneinfalls ins Gebäude durch den aussenliegenden Sonnenschutz wird das ungewünschte Aufheizen des Gebäudes verhindert.
In Übergangszeiten und im Winter wird die Sonnenenergie passiv zur Erwärmung des Gebäudes genutzt.
Ein alternatives Energiekonzept als Antwort auf eine offene und transparente Architektur
Die Behaglichkeit in den Räumen wird durch das System der „Bauteilkühlung“ erhöht:
Wasserführende Schläuche sind an der Deckenunterseite in die Betonplatten der Decken integriert.
Die Betondecken bleiben unverkleidet, um die Betonmasse als Speichermasse zu nutzen und die Deckenabstrahlung zu ermöglichen.
Die Temperierung des Wassers erfolgt über Wärmetauscher Die Frischluft wird über Erdkollektoren konditioniert. Bei den Erdkollektoren handelt es sich um im Erdreich verlegte Betonrohre mit einem Durchmesser von 150cm und einer Gesamtlänge von ca. 600m.
Diese Methode ist eine sanfte Lösung um das Gebäude zu kühlen und ergibt ein angenehmes Raumklima.
Ein geringer zusätzlicher Energieeintrag ist zur mechanischen Kühlung/Belüftung der Seminarräume notwendig.
Eine Konsequenz des Systems ist die sichtbare Leitungsführung an der Deckenuntersicht. Dies stellt eine kohärente Ergänzung zu einer ablesbaren klar strukturierten Gebäudekonfiguration dar.
Die Verbindungsbrücken sind als temperierte Pufferbereiche konzipiert. Grosszügige in die Fassade integrierte Schiebeelemente stehen im Sommer offen. Im Winter sorgen Deckenstrahlheizungen für die Beheizung dieser Übergangsbereiche.
Die Konstruktion
Die Konstruktion der Gebäude ist in Betonstützen und Betondecken aufgelöst. Wandscheiben aus Beton und Stahlausfachungen im Randbereich steifen das Gebäude horizontal aus. Die Innenwände sind Leichtbauwände und ermöglichen eine grosse Flexibilität und Variationen an Grundrisskonfigurationen. Die Auskragungen werden von vorgespannten Stahllitzen getragen und im Gebäude rückverankert. Die Litzen sind aus Brandschutzgründen verkleidet.
Die Verbindungsbrücken zwischen den Baukörpern sind als Stahlbrücken ausgebildet.
Der Kräfteverlauf der konstruktiven Teile ist ablesbar (Zugstäbe massiv, Druckelemente mit statisch entsprechenden Dimensionen – Abnahme der Stützendurchmesser nach oben).
DIE GESTALTUNG DES AUSSENRAUMS
„Universität der Sinne“
Die Prädominanz der Landschaft, der Aussenbereiche und die örtliche ruhige Situation erlauben bzw. erfordern eine Miteinbeziehung der äusserlichen Bedingungen sowohl in topografischer Sicht wie auch im Umgang mit meteorologischen Gegebenheiten (natürliche Belüftung der Räume, offene, der Witterung ausgesetzte Verbindungswege und Plätze).
Das Grundkonzept
Im Sinne eines offenen Campus werden keine Einfriedungen zwischen den einzelnen Bereichen vorgesehen. Der autofreie Campus ist fussläufig frei zugängig, der Fahrverkehr sehr limitiert.
Mehrere Parkmöglichkeiten sind um das Campusgelände vorgesehen:
- Das Parkdeck im Süden des Hauptgebäudes.
- Das mehrgeschossige Parkdeck an der Kulturmeile.
- Das Grundstück an der Dr.-Karl-Dorrek-Strasse, an der der DUK gegenüberliegenden Strassenseite.
- 50 dem IMC zugeordnete Stellplätze sind im Parkdeck 3 dem IMC zugeordnet.
Die Oberflächen
Versiegelte Flächen (Betonoberfläche) sind minimiert. Rasenflächen und mit Holzbelag befestigte Flächen (Lärche) dominieren.
EG
Die Verbindungswege zwischen den Bauteilen sind befestigt – Betonoberfläche gebürstet.
Die restlichen Flächen, die Innenhöfe inbegriffen, sind begrünt.
1. OG
Die in diesem Geschoss zugänglichen Aussenflächen (Dächer der darunterliegenden Bereiche - Mensa, Bibliothek) sind im Bereich der Institute mit einem Holzbelag versehen. Die übrigen Bereiche sind bekiest.
Der Abschluss zur Alauntalstrasse erfolgt über ein lineares, horizontales Element, eine Bank, die das Befahren der Fläche verhindert.
Wieden
BT5 - IMC
Die ansteigenden Sitzreihen des grossen Hörsaals im Norden übernehmen den topografischen Höhenunterschied des Geländes.
Zwei Biotope ergänzen die Aussenanlagen.
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